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Bild: Elisabeth Medlitsch

Der Garten.

Meine Gartenanfänge waren, als ich 17 Jahre alt war.
Ich hatte damals im Haus von meiner Schwiegermutter zwei Beeteln.
Fünf Jahre später hatte ich meinen eigenen Garten.

Ich hab mich immer bemüht mit der Natur zu arbeiten.

Als ich dann verwitwet war und einen Lebensgefährten hatte, begann ich in seinem Garten zu arbeiten.
Er hatte ja nichts im Garten, außer Naturgras und einige Fichten.

Ich hab für uns zwei Hügelbeete hergerichtet.
Die Nachbarin hat uns zwei Pfirsichbäume, die bei ihr wild aufgegangen sind, geschenkt.
Auch Zitronenmelisse haben wir von ihr bekommen.
Die trinke ich noch heute gerne als Tee.

Wir hatten dann ein Kräuterbeet und viel Gemüse.
Im nächsten Jahr kamen noch Birnen- und Apfelbäume dazu.

Ich setzte Ribiselsträucher und Himbeeren.
Die Himbeeren haben sich sehr schön vermehrt.
Ich habe dann auch eine Wildhecke gepflanzt.
Da waren die Kriecherln dabei. Die waren auch sehr gut.

Ich habe dann Ribisel- und Himbeerlikör, und auch Nusslikör gemacht.
Der Nusslikör war sehr bitter.
Ich hab‘ das Rezept von einer älteren Nachbarin bekommen.
Der Ribisellikör und der Nusserne waren eine gute Medizin.

Bei meinen Beeten mache ich es so: ich steige nie hinein und grabe sie nicht um, sondern lockere sie im Frühjahr.
Wenn ich anbaue, also wenn die Pflanzen kommen, streue ich für sie Kompost und auf der nackten Erde immer Grasschnitt oder irgendeinen Grünschnitt.

Der Garten war nicht eingezäunt.
Da kamen die Hasen und knabberten Kräuter.
Einmal haben sie auch meine Krautpflanzen komplett abgeknabbert.

Viel Freude hatte ich mit den Wiesenglockenblumen, die bei unseren vielen Regentonnen wuchsen und mit den Margeriten. Auf einmal waren die da.

Wir hatten Natur pur.
Es war nichts gepflastert.
Wir sind im Gras gegangen.
Es waren schöne 19 Jahre.

Leider – im Alter wurde das Haus etwas beschwehrlich und es lag auch abgelegen in einem kleinen Dorf.
Darum sind wir weggezogen.
Es waren schöne Jahre, so außerhalb, mitten in der Natur.
Leider sind sie vorbei, aber unvergessen schön.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Enigma

    Schön erzählt. Einfach und authentisch. Es weckt alte Erinnerungen.

    An meine Kindheit und meine Mutter.

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